Campbell Zwerghamster

Der Campbell Zwerghamster (lat. Phodopus campbelli)

Der Campbell Zwerghamster hat seine Wurzeln im warmen Steppengebiet zwischen Altai-Gebirge und Mongolei. Entdeckt wurden die Tiere im Jahre 1905 vom Zoologen Thomas Campbell. Zunächst ging man davon aus, dass es sich um die gleiche Art wie die Dsungarischen Zwerghamster handelte, da beide Hamsterarten über die gleiche Anzahl an Chromosomen verfügen und auch äußerlich eine große Ähnlichkeit aufweisen.

Obwohl beide Hamsterarten aus unterschiedlichen, sich nicht überschneidenden Lebensräumen stammten, wurden Campbell Zwerghamster über Jahrzehnte in Zoogeschäften als Dsungarische Zwerghamster angeboten. Erst im Jahre 1990 wurde der Campbell Zwerghamster schließlich als eigenständige Rasse anerkannt.

Aussehen des Campbell Zwerghamsters

Ein ausgewachsener Campbell Zwerghamster erreicht eine Größe von 8-10 Zentimetern. Weibliche Hamster sind dabei kleiner als männliche. Neben dem Dsungarischen Zwerghamster stellt der Campell Zwerghamster die Art mit der größten Farbpalette dar. In seiner ursprünglichen Form hat der Campbell Zwerghamster wildfarbenes, graubraunes Fell an Rücken und Kopf und einen weißlichen Bauch.

Der Übergang zwischen Rücken und Bauch wird durch die sogenannte Dreibogenlinie markiert. Über die Rückenmitte zieht sich ein dunkelbrauner Aalstrich. Heutzutage existieren durch jahrelange Züchtung zahlreiche weitere Farbvariationen des Hamsters. Besonders beliebt sind Campbell Zwerghamster beispielsweise als Albinos. Diese Tiere haben ein strahlend weißes Fell und schwarze oder rote Augen.

Eine weitere populäre Farbvariante ist die sogenannte Argente. Hier trägt der Hamster ein sandfarbenes bis gelbliches Fell. Ebenfalls existent, wenn auch weitaus seltener, sind Züchtungen mit einem weißen Halsband und Exemplare mit einem gescheckten Fell. Gescheckte Tiere gelten gelegentlich als etwas wilder und neigen zu verstärkter Bissigkeit.

Charakterzüge des Campbell Zwerghamsters

Campbell Zwerghamster gelten als quirlig und aktiv. Unter den Hamstern sollen sie auch die angriffslustigsten sein. Besonders weibliche Campbell Zwerghamster können ihrem Halter schon mal einen Biss in die Fingerkuppe verpassen. Hier ist besonders für Kinder Vorsicht geboten, Hamsterzähne sind klein und scharf. Männliche Campbell Zwerghamster gelten als etwas friedliebender und leichter zu zähmen.

Vor dem Kaufen des Hamsters sollte darauf hingewiesen werden, dass Campbell Zwerghamster, genau wie alle anderen Hamster, nicht als Kuscheltiere gesehen werden dürfen.
Campbell Zwerghamster gelten unter den Hamstern als die Art, die tagsüber am aktivsten ist. Nicht der einzige Grund, warum diese Hamsterrasse als Haustier sehr beliebt ist. Wenn die kleinen Nager aber in ihrem Nest schlafen, dürfen sie auf keinen Fall gestört werden.

Campbell Zwerghamster sind schwieriger zu zähmen als ihre Verwandten, die Goldhamster. Ihren quirligen und wilden Charakter behalten sie ein Leben lang bei. Campbell Zwerghamster sind daher am wenigsten geeignet für Kinder. Überlegen sie sich das also gut bevor sie sich einen solchen Hamster kaufen.

Haltung des Campbell Zwerghamsters

Campbell Zwerghamster sind unter ihresgleichen normalerweise relativ friedliebende Tiere. Dennoch ist eine Gruppenhaltung nur in Ausnahmefällen möglich. Es sollte sich hierbei in jedem Fall um gleichgeschlechtliche Geschwistertiere aus demselben Wurf handeln, die niemals getrennt gelebt haben. Bei der Gruppenhaltung ist höchste Vorsicht angebracht, denn es kann auch unter Geschwistertieren zu plötzlichen und heftigen Revierkämpfen kommen.

Denn wie alle Hamster, ist auch der Campbell Zwerghamster ein Einzelgänger und lebt normalerweise gerne alleine. Es wird daher generell empfohlen, nur einen Hamster je Käfig zu halten.
Die Tiere lieben es, sich aus bereitgestelltem Material ihre Schlafnester zu bauen. Als Baumaterial eignen sich Heu, spezielle Hamsterwolle, ungebleichtes Papier oder auch unparfümiertes Toilettenpapier. In Windeseile beginnen die Hamster damit, sich die Stoffe in ihre Backentaschen zu stopfen und in ihrem Bau zu verarbeiten.
Der Käfig für den Campbell Zwerghamster sollte Mindestmaße von 100 x 40 Zentimetern aufweisen.

Sollte ich die Deko hin und wieder mal wechseln?

Da sich die kleinen Tiere ohne Abwechslung schnell langweilen, sollte man genügend Klettermöglichkeiten aus Naturmaterialien im Käfig bereitstellen. Kleine Höhlen aus Keramik, Äste oder Korkspielzeuge sind ideal. Eine Ecke des Stalles sollte als Hamstertoilette festgelegt werden, diese wird der Hamster recht schnell akzeptieren. Die kleinen Nagetiere schlafen gerne geschützt in kleinen Höhlen und Nestern.

Zum Schlafen kann man ihnen daher ein kleines Hamsterhäuschen bereitstellen. Ideal sind Modelle mit einem abnehmbaren Dach. Diese erleichtern die Reinigung und die Suche nach verdorbenen Futterresten.
Im Gegensatz zu anderen Hamsterarten benötigt der Campbell Zwerghamster eine sorgfältige Fellpflege. Das aus der asiatischen Steppe stammende Tier wünscht sich in seinem Käfig daher eine Schale mit Sand, in dem es sein Fell pflegen und von Talg befreien kann. Die kleinen Hamster lieben es, sich ausgiebig im Sandbad zu wälzen.

Ernährung des Campbell Zwerghamsters

Campbell Zwerghamster stammen aus einem kargen Steppengebiet mit einem spärlichen Futterangebot. Sie sind es gewohnt, sich während zäher Futterwanderungen Beeren, Insekten, Gräser, Kräuter und Saaten portionsweise zusammenzusuchen. In Käfighaltung findet der Zwerghamster eher ein Überangebot an Nahrung vor, was ihn besonders anfällig für Übergewicht und Diabetes macht.

Es ist deshalb absolut wichtig, dass bei der Fütterung des Campbell Zwerghamsters auf eine ausgewogene Kost geachtet wird. Qualitatives Zwerghamsterfutter enthält meist das für Hamster wichtigen Eiweiß, sowie Vitamin E. Neben dem Hauptfutter sollte der kleine Nager aber auch täglich mit frischem Obst und Gemüse versorgt werden. Die Sorten können je nach Jahreszeiten variieren, der Campbell Zwerghamster ist nicht wählerisch.

Umgang mit dem Campbell Zwerghamster

Auch Campbell Zwerghamster können auf die Hand genommen werden. Um dem Tier unnötigen Stress zu ersparen, sollte dies aber nicht zu häufig geschehen. Ein behutsamer Umgang mit den zarten Tieren ist unabdingbar.

Auch sollte stets auf die Launen des Hamsters Rücksicht genommen werden. Wenn er sich beim Versuch, ihn aus dem Käfig zu nehmen, bissig zeigt, so hat er gerade keine Lust darauf und sollte in Ruhe gelassen werden.

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