Zwerghamster – kleine Sammler mit Knopfaugen

Zwerghamster gehören zu den Nagetieren, sind Einzelgänger und werden im Durchschnitt 1,5 bis 2,5 Jahre alt. Hamster sind nachtaktiv: Im Gegensatz zu ihren größeren Verwandten legen die bewegungsfreudigen Zwerghamster manchmal auch tagsüber eine Aktivitätsphase ein, so dass auch Kinder die Gelegenheit haben, ihren pelzigen Mitbewohner zu beobachten.

Zwerghamster ist nicht gleich Zwerghamster

Dsungarische Zwerghamster gelten als neugierig und zutraulich. Sie legen in der Natur weitläufige Gangsysteme an und freuen sich über eine extra dicke Schicht Einstreu in ihrem Zuhause. Campbell-Zwerghamster sind Menschen gegenüber etwas zurückhaltender und weniger eifrige Baumeister, ebenso wie der quirlige Roborowski-Zwerghamster, der kleinste Vertreter der Hamsterfamilie. Chinesische Streifenhamsterklettern sehr gerne, auf das Anlegen von unterirdischen Gängen verzichten sie weitgehend.

Die Anschaffung eines Zwerghamsters

Beim Kauf eines Hamsters sollte darauf geachtet werden, dass der neue Mitbewohner einen gesunden Eindruck macht: Die Augen dürfen nicht trüb oder verklebt sein, das Fell sollte glänzen und der Po sauber sein. Abends ist die beste Zeit für den Hamsterkauf: Ein aus dem Schlaf gerissener Zwerghamster wirkt selten energiegeladen und kann auch einmal übellaunig reagieren.

Die Haltung von Hamstern

Ein Hamsterkäfig kann niemals zu groß sein, aber sehr schnell zu klein für das ausgeprägte Bewegungsbedürfnis der kleinen Nager werden. Herkömmliche Hamsterkäfige weisen häufig einen zu großen Gitterabstand auf, durch den sich insbesondere die kleinen Roborowski-Zwerghamster problemlos hindurchzwängen können.

Als Alternativen bieten sich ein großes Aquarium oder Terrarium mit Abdeckung an, eine ausreichende Belüftung muss aber sichergestellt sein. Da Hamster sich erschrecken, wenn von oben nach ihnen gegriffen wird, sollte die Behausung möglichst von vorne zu öffnen sein.
Zwerghamster legen in der Natur täglich weite Strecken zurück, sie klettern (mit Ausnahme des Roborowski-Zwerghamsters, der sich lieber in der Ebene bewegt) und graben gerne. Idealerweise besteht ein Hamsterzuhause aus mehreren Etagen, die mit Ästen oder dicken Seilen verbunden sind.

Da viele Hamster die Angewohnheit haben, auf eine erhöhte Ebene hinaufzuklettern und sich dann herunterfallen zu lassen, sollte keine Etage höher als 20 bis 25 Zentimeter angebracht sein. Eine dicke Schicht staubfreie Einstreu bietet die Gelegenheit, Gänge oder Vorratshöhlen anzulegen. Ein Laufrad wird insbesondere von Roboroswki-Hamstern gerne angenommen.

Laufräder – Das gilt zu beachten!

Wichtig: Laufräder sollten eine durchgehende Lauffläche besitzen und auch an der Rückseite geschlossen sein, damit kein Hamsterbeinchen eingeklemmt werden kann. Außerdem sollte es einen möglichst großen Durchmesser haben, damit der Hamster keine einseitige Belastung auf seinen Rückenwirbel erleiden muss.
Für die Fellpflege benötigen die kleinen Nager ein Sandbad, bestens geeignet ist dafür eine stabile Schale mit Chinchillasand. Im Häuschen schlafen Hamster nicht nur, sie legen gewöhnlich darin auch eine Vorratskammer an.

Ideal sind daher Häuser mit mehreren Kammern, deren Dach abnehmbar ist: So kann die Vorratshaltung des Nagers regelmäßig überprüft werden, ohne das Tier zu stören. Hamster mögen ihre Betten weich ausgepolstert: Dafür sollte stets ausreichend Heu, getrocknete Blätter, Stroh oder unparfümiertes Toilettenpapier zur Verfügung stehen. Als zusätzliche Einrichtung werden Röhren aus Holz, Kork oder Pappe gerne angenommen, gelegentlich allerdings auch zernagt.

Verhalten von Zwerghamstern

Zwerghamster sind Einzelgänger, in der Natur leben sie nur in den ersten Lebensmonaten im Familienverband. Paar- oder Gruppenhaltung von Hamstern gelingt nur selten, in den meisten Fällen kommt es früher oder später zu Streitereien zwischen den Tieren, die mit bösen Verletzungen ändern können.
Hamster sind keine Streicheltiere, je nach Charakter können sie aber durchaus handzahm werden, insbesondere die neugierigen Dsungaren.

Um den Zwerghamster aus dem Käfig zu nehmen, sollte er nie von oben gegriffen werden: Das fühlt sich für den kleinen Nager wie der Angriff eines Raubtieres an und verursacht ihm Stress. Geht ein zahmes Tier freiwillig auf die Hand, sollte es mit der anderen vor dem Herunterfallen geschützt werden. Bei nicht handzahmen Tieren kann alternativ ein kleines Behältnis verwendet werden: Kaum ein Hamster wird einem darin versteckten Leckerbissen widerstehenkönnen. Werden Hamster aus dem Schlaf gerissen, können sie durchaus missmutig reagieren und auch einmal zubeißen, was den Besitzer allerdings nicht verwundern sollte.

Ernährung von Zwerghamstern

Zwerghamster ernähren sich in der Natur überwiegend von Saaten (vor allem Gras- und Kräutersamen), daneben bereichern etwas Obst, Gemüse, Insekten, Kräuter und Gräser den Speiseplan. Nur einen Teil des Futters fressen sie sofort, der Löwenanteil wird in die großen Backentaschen gestopft und in diversen Vorratskammern eingelagert. Diese Eigenart haben sich auch die domestizierten Zwerghamster erhalten.

Saatenreiches Hauptfutter

Zwerghamster haben einen höheren Eiweißbedarf wie ihre größeren Verwandten, den Hauptanteil der Nahrung sollte daher ein spezielles Trockenfutter für Zwerghamster ausmachen. Dieses besteht überwiegend aus Kleinsämereien wie Hirse, Kanariensaat, Leinsaat und Grassamen, dazu etwas Getreide, getrocknetes Gemüse, getrocknete Larven und Kräuter. Von dieser Mischung benötigt ein Zwerghamster etwa einen Teelöffel pro Tag: Bunkert er das meiste davon in seiner Vorratskammer, kann die Ration verringert werden.

Ergänzungsfutter

Zusätzlich zum Hauptfutter bereichern frisches Gemüse, frische Kräuter, tierische Produkte und gelegentlich etwas Obst den Speiseplan. Besonders beliebt sind Gurke, Karotte, Fenchel, Paprika, Brokkoli und Sellerie, wobei jeder Hamster seine bestimmten Vorlieben zeigt.

Wiesenkräuter wie Löwenzahn, Spitzwegerich oder Schafgarbe werden ebenso gerne gefressen wie Gräser und Küchenkräuter. Um Verdauungsstörungen zu vermeiden, muss Frischfutter immer langsam angefüttert werden; dann wird es in der Regel problemlos vertragen und kann täglich angeboten werden.
Obst sollte nur selten auf dem Speiseplan stehen, da es viel Zucker enthält und dick macht. Dies gilt insbesondere bei den zu Diabetes neigenden Campbell-Zwerghamstern.

Zusätzliches tierisches Eiweiß in Form von Mehlwürmern, Bachflohkrebsen, Magermilchquark oder Hüttenkäse darf mehrmals wöchentlich den Menüplan bereichern. Auch kleinste Mengen an Katzentrockenfutter oder Hundekuchen werden als Leckerbissen gerne genommen, ebenso Nüsse, die jedoch sehr fetthaltig sind.
Der Futterbedarf kann von Tier zu Tier stark schwanken: Da Hamster von Natur aus eher karge Nahrung gewohnt sind und in Heimtierhaltung leicht verfetten, sollten Gewicht und Figur des Nagers im Auge behalten werden. Wird der Hamster zu pummelig, muss er auf Dickmacher wie Nüsse oder Milchprodukte verzichten.

Futter erarbeiten als Beschäftigung

Zweige mit Blättern dienen zum Klettern und werden benagt und gefressen. Kolbenhirse oder mit Gemüse bestückte Futterspieße können im Käfig aufgehängt werden und regen zur Beschäftigung an. Um Zwerghamstern die Möglichkeit zur Futtersuche wie in der freien Natur zu geben, sollte der Großteil des Trockenfutters nicht im Napf angeboten, sondern im Käfig verstreut werden. Da Hamster reinliche Tiere sind und ihre Behausungen bis auf die individuelle Toilettenecke peinlich sauber halten, ist dies bei regelmäßiger Reinigung derselben aus hygienischer Sicht kein Problem.

 

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