Hamsterzucht, Vermehrung, Genetik und Entwicklung von Jungtieren

Die genetischen Merkmale der Zuchtformen von Hamstern im Allgemeinen

Vorwort: Der wildfarbene Zwerghamster hat sich in der Natur durchgesetzt

Hamster unterscheiden sich nicht nur in ihren charakteristischen Gepflogenheiten, sondern vor allem die Länge des Fells aber auch die unterschiedlichen Farbprägungen sind äußerlich auffällig. Viele kämmen ihre Hamster und verpassen ihnen Frisuren, sodass Leute in Amerika sogar auf die Idee kamen, ganze Ausstellungen und Wettbewerbe zu veranstalten. Alle Sorten und Rassen der Zuchtformen von Hamstern sind auf den natürlichen, wilden gemischtfarbenen Goldhamster zurückzuführen.

Interessant ist auch die Tatsache, dass es in der Natur hin- und wieder Ausnahmen gibt und wie auch in der Zuchtform durchaus auch Hamster und/oder Meerschweinchen in einer einzigen Farbe geboren werden. Diese überleben meist jedoch nicht sehr lange in der Wildnis, denn die nötige Tarnfarbe bleibt schließlich weg. Wie auch bei Katzen, Hunden, Vögeln oder anderen Tieren die es schon seit sehr langer Zeit auf der Erde gibt, haben auch Hamster nämlich meist auf dem eigentlichen Fell zusätzliche Farbtupfer, um von Räubern, wie zum Beispiel Adlern in der freien Wildbahn nicht entdeckt und schlimmstenfalls im Anschluss darauf erbeutet zu werden.

 

Ein komplett weißer Hamster würde in der Natur zwar prächtig aussehen, doch wie es bei uns Menschen auch ist, strahlt ein weißer Anzug manchen viel zu sehr und erzeugt neben Bewunderung auch Neid und/oder bietet Angriffsfläche für Rotweinflecken. Daher hat sich der goldene Hamster mit der Wildfarbe (wildfarbener Goldhamster/ aber auch Zwerghamster genannt) in der Natur durchgesetzt und andere Arten gehen meist mit der Zeit eher leer aus, bzw. sind ausgestorben.


Wie sehe ich ob mein Hamster trächtig ist?

In vielen Fällen ist es dem Hamster gar nicht anzusehen und man merkt es erst wenn die Jungen da sind.  Allerdings gibt es kleine aber feine Anzeichen bei denen man eine Trächtigkeit ableiten könnte.

  • Das Weibliche Tier ist immer wieder unterwegs um sich geeignetes Nistmaterial zu suchen
  • Das Weibchen zeigt Verhaltensauffälligkeiten in Form von erhöhter Aggression
  • Das Hinterteil des Weibchens wird auffällig groß und nimmt eine eher kantig zulaufende Form an.

 

Die Hamsterzucht: Genetik – Worauf sollte bei der Hamsterzucht geachtet werden?

Die Hamsterzucht bringt die verschiedensten Farbkombinationen von Hamstern zu Stande. In der Zucht werden gezielt Fellfarbe und die Länge gezüchtet, jedoch auch die Größe und Rasse der verschiedenen Hamster werden in der Kreuzungsphase beachtet. Leider sehen wir die Hamster nicht von innen und so kann das Erbgut durchaus ein Fehlgriff werden, denn einige der Hamster sehen zwar topfit aus, könnten jedoch durchaus auch schädliches Erbgut mit sich bringen, welches der guten Zucht gegenüber ein Graus ist.

 

Schließlich könnte eines der Hamster eine schlechte Lebenserwartung oder eine Anfälligkeit für Krankheiten mit sich bringen und das wäre fatal. So sind gewisse rezessive oder dominante Gene bei jedem einzelnen Tier vorhanden und verschieden ausgeprägt. So kann bei gewissen jahrelangen Züchtern genaustens nachgelesen werden, von welchen Tiergenerationen welcher Hamster abstammt. Umso weiter ein solcher Stammbaum reicht, desto teurer sind die Tiere in der Regel.
Denn nur mit einem perfekt zurückverfolgbarem Stammbaum der Hamster, können dominante sowie rezessive Merkmale der optischen sowie lebenserwartenden Äußerlichkeiten feststellen lassen. Beispiel: Da die Chromosomenpaare sowie die Erbinformationen wie auch die Eigenschaften verschiedener Merkmale im Vorfeld berechnet werden können, werden die Mutationen der Hamsternachkommen meist stimmig umgesetzt.

 

So wird die Eigenschaft der Haarlänge von Hamstern folgendermaßen genetisch bestimmt: Die langen Haare von Hamstern werden meist rezessiv, wohingegen kurze Hamsterhaare dominant vererbt. Dieses Vorwissen kann uns dabei helfen, einen Hamster nach unseren Vorstellungen zu züchten: So gibt es heutzutage bereits viele Hamsterstammbäume mit erstaunlich guten Resultaten, sprich: Lange Lebenszeit mit unglaublich wunderbarer äußerlicher Erscheinung der Hamster. Beim Hamsterkauf sollte also unbedingt auf die genetische Beschaffenheit des Tieres geachtet werden und mit dem Händler sollte man sich unbedingt ebenfalls vor dem letztendlichen Kauf unterhalten.

 

Wie gehe ich vor wenn die Jungtiere geboren sind?

Gönnen sie ihnen zunächst etwas Ruhe, die Geburt ist schließlich ein natürlicher Prozess und benötigt keine weiteren Eingriffe von außen. Geraten sie nicht in Panik wenn die Mutter ein totgeborenes auffrisst. Auch das ist in natürlicher Umgebung völlig normal und hilft der Mutter nach dem kraftraubenden Geburtsakt wieder auf die Beine zu kommen.

In seltenen Fällen kann es dazu kommen das die Mutter eines ihrer geschwächten Jungen frisst, um sich ihre Eiweißreserven wieder aufzufüllen. Darum sollten sie potentiellen trächtigen Weibchen immer wieder mal kleine Mengen an eiweißhaltigem Quark geben.

 

Zucht und Entwicklung – Wie hängen diese beiden Segmente der Hamsterzucht zusammen?

Bevor überhaupt der Gedanke fallen sollte, dass man sich für eine seriöse Hamsterzucht entschließt, müsste der Platz zur Verfügung stehen. Der Nachwuchs wird nämlich kommen und das nicht zu knapp. Der Zeitaufwand die Käfige zu reinigen und stets alles gepflegt im Überblick zu behalten, ist für die meisten Menschen auf Dauer zu enorm. Die Gründe für einen „Hamster-Anstau“, bzw. eine schnelle Überbevölkerung der Hamster ohne Abnehmer sind vielfältig: So sagen zwar oftmals Freunde und Verwandte im Vorfeld zu, wenn der Nachwuchs dann aber da ist, eventuell auch wieder ab, denn die Umstände unseres gesellschaftlichen Umfelds kann sich schließlich ebenfalls schnell ändern.

 

Der Tierhandel kann seine Meinung übrigens ohne einen vorherigen schriftlich festgesetzten Abnehmervertrag, ebenfalls schnell wieder zurückziehen. Eine Abgabe der kleinen Tiere ins Tierheim kommt für die meisten nicht in Frage, schließlich sind die dortigen Lebensumstände zwar ausreichend, jedoch eben nur ausreichend. Ebenso fordern viele Tierheime eine Gebühr für jedes aufgenommene Tier, um die Erstversorgung und einen Teil der Heizkosten decken zu können. So muss an dieser Stelle klar und deutlich gesagt sein: Wer sich zur Zucht von Hamstern entschließt, muss sich vorher einen genauen Plan machen und nicht nur die eigenen Verwandte und Freunde sowie Tierhandel usw. vorbereiten, sondern auch die Verwandten und Freunde derer und Zeitungsannoncen setzen, auf dem Tier- und Trödelmarkt regelmäßig erscheinen und sich auch sonst auf eine Menge Arbeit einstellen.

 

Zwar ist es mit genügend Raffinesse nicht schwer einen Kind einen süßen Hamster zu verkaufen, jedoch weiß man selbst oftmals nicht, ob es dem Tier dort gut gehen wird oder es gequält und schlimmstenfalls unregelmäßig getränkt und/oder gefüttert wird. Aus diesem Grund werden die Nager meist an Menschen verschenkt, welche man kennt und wo man auch mal nachschauen kann, bzw. Tipps bei der Pflege der Tiere geben kann. Wer noch nie einen Hamster besessen hat und mir nichts dir nichts anfangen möchte Hamster zu züchten, der sollte einen Gang zurückschalten. Schließlich handelt es sich bei den Hamstern um kleine Lebewesen. Kaufen sie sich also vorerst ein-, zwei gleichgeschlechtliche Tiere und sammeln sie erste Erfahrungen. Machen sie Experimente, welche den Tieren nicht schaden. Schauen sie, wie sich die Tiere auf die Zugabe spezifischer Nahrung verhalten und finden sie heraus, was den Tieren gefällt, denn nur gesunde Hamster sind glückliche und vor allem schöne Tiere.

 

Ab wann sind die Jungtiere selbstständig?

Nach ca 2 Wochen fangen die Jungtiere an, die Umgebung unabhängig von ihrer Mutter zu erkunden ohne das diese ihre Jungen wieder ins Nest zurückbringt. Zu dem Zeitpunkt kann ihnen bereits kleines Korn (Hirse) gegeben werden, welches sie einsammeln und in den Backen verstecken.

Dennoch sollten sie zu dem Zeitpunkt noch eine Weile im Käfig gelassen werden, die kleinen sind noch nicht bereit die Obhut ihrer Mutter komplett zu verlassen.

 

Informationen sammeln vor der Hamsterzucht!

Lesen sie während sie ihre ersten paar Hamster zur Zucht vorbereiten, lernen sie alles über die Genetik von Hamstern was ihnen in die Hände fällt. Halten sie sich jedoch fern von Foren und anderen detailreicheren Informationen die sie so im Internet finden. Zwar bieten einige Lektüren und Tabellen nennenswerte Informationen über die Genetik von Nagern, jedoch können sich da immer mal wieder Fehler einschleichen, denn die Texte sind meist aus Büchern ins Internet kopiert worden und sind nie so genau wie die Quelle selbst: Bücher. Im Buchhandel finden sich zahlreiche Bücher über die Genetik der Hamster. Das ist unabdingbar, denn wer sich blind auf die Zucht und Vermehrung von Hamstern stürzt, kann leider bei bestimmten seltenen Kreuzungen zufälligerweise blinde oder kranke Hamster zur Welt „bringen“.

 

Die Tiere einfach so im Wald oder irgendwo anders draußen auszusetzen sollte keineswegs in Betracht gezogen werden. Schließlich sind Zuchthamster und andere Tiere die seit Generationen in Käfigen wohnten nicht wild und somit draußen nicht überlebensfähig. Ganz abgesehen von dem Wetter, können auch die anderen Bedingungen Deutschlands Wälder alles andere als „Hamsterfreundlich“ bezeichnet werden.

 

In deutschen Kinderzimmern werden Hamster jedoch meist leider einfach mal so gepaart, ohne sich vorher darüber Gedanken zu machen was mit dem Nachwuchs geschehen soll. Das ist jugendlicher Leichtsinn, der auch von Kindern bereits seit Jahren praktiziert wird. Dagegen kann man nichts machen, als Kinder und Jugendliche mit derartigen Texte davor zu warnen. So fangen Jugendliche voller Vorfreude auf ein richtiges Business mit dem züchten von Hamstern an und bleiben häufig mit zu viel Arbeit neben der Schule oder dem Studium auf den vielen kleinen Hamsterjungen sitzen. Eine gelungene Hamsterzucht sollte also gut geplant werden.

Möchten sie einen Hamster kaufen, sollten sie auf Internetanbieter größtenteils verzichten. Schließlich interessiert diese angeblich „professionellen“ Züchter nicht wer die Hamster abnimmt, was wiederum bedeutet, dass ihnen die Tiere ebenfalls egal sind und diese dann höchstwahrscheinlich schlechte Gene mit sich bringen werdem.

 

Die Entwicklung der Hamster-Jungtiere

Am ersten Tag sind die jungen Hamster noch sehr verletzlich und brauchen ein warmes Nest, denn sie besitzen noch keine Haare, sind rötlich und können ihre Augen noch nicht öffnen. Am nächsten Tag sieht man bereits, wie sich Pigmente auf der Haut bilden. Bereits nach knapp einer Woche können die kleinen Hamster bereits feste Nahrung zu sich nehmen. Nach ca. zwei Wochen können die kleinen Hamster ihre Augen öffnen, sich im sitzen putzen und selbstständig koten. Ab dem 21. Lebenstag führen sich die kleinen bereits auf wie große und machen alles selbst.

 

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